5. Runde vom 8. Januar 2012
Gleich zu Jahresbeginn trat die Mannschaft der White Wings eine etwas exotischere Reise an: mit dem Auto ging es tief hinein in den Berner Jura nach Tramelan. Bei leichtem Schneefall fanden schliesslich alle rechtzeitig den Weg zur Halle mit dem klin ...
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5. Runde vom 8. Januar 2012
Gleich zu Jahresbeginn trat die Mannschaft der White Wings eine etwas exotischere Reise an: mit dem Auto ging es tief hinein in den Berner Jura nach Tramelan. Bei leichtem Schneefall fanden schliesslich alle rechtzeitig den Weg zur Halle mit dem klingenden Namen „La Marelle“. Hochmotiviert und mit guten Vorsätzen stieg man die Spielvorbereitung. Diese war auch dringend nötig, warteten doch mit United Utzenstorf und dem Gastgeber UC Tramelan zwei Spitzenteams und damit schwere Brocken auf die Wings. Die heutige Doppelrunde würde also aufzeigen, ob man sich künftig eher nach vorne oder nach hinten würde orientieren können. Nach der langen Winterpause wollte jeder unbedingt mindestens einige Zähler mit nach Hause nehmen.
Spiel 1: UHC W.W. Schüpfen-Busswil vs. UHT United Utzenstorf
Die United aus Utzenstorf stellte nicht nur ein starker Widersacher dar, sondern war gleichzeitig auch der letzte Vorrundengegner. Das feuchtkalte Tramelan präsentierte sich zwar nicht gerade als perfekter Ort für die übliche Einlaufrunde an der frischen Luft, dennoch wurde an diesem Vorbereitungsritual festgehalten. In der winterlichen Kühle und in den darauf folgenden Einheiten zurück in der Halle, stieg die Konzentration aber auch die Vorfreude auf das erste Spiel des Jahres kontinuierlich an. Topmotiviert startete man denn auch in das Spiel gegen Utzenstorf. Man wollte dem Gegner gleich von allem Anfang an klarmachen, dass man nicht gewillt war, einfach nur mitzuspielen. Es gelang Schüpfen-Busswil sofort sehr gut, die Kreise der gegnerischen Spieler Wirkungsvoll zu unterbinden und gleichzeitig erste Nadelstiche zu setzen. Zwar hatte man etwas weniger Ballbesitz, erspielte sich aber dennoch in den ersten Minuten die insgesamt gefährlicheren Torchancen. Nach knapp fünf absolvierten Minuten eröffnete Märcu nach einem Zuspiel von Ändu schliesslich das Score und brachte die Wings in Führung. Nach dieser Führung änderte sich am Spielgeschehen wenig. Weiterhin hatte Utzenstorf mehr Ballbesitz und nach und nach tauchte die United auch zunehmend gefährlicher vor Schlussmann Gmür auf. Zusätzlich schlichen sich ins Schüpfener Spiel einige unerklärliche und unverzeihliche Fehler ein, weswegen nur einige starke Paraden den gegnerischen Ausgleich verhinderten. Dennoch waren es die Wings, die das nächste Tor erzielen konnten. Stucky netzte nach gut 13 Minutenzum 2:0 ein und sorgte damit für einen Zweitore-Vorsprung. Leider vermochte man diesen Vorsprung nur kurz zu verteidigen. Ein weiterer dieser schon angesprochenen ärgerlichen individuellen Fehler führte zum raschen Anschlusstreffer von United Utzenstorf und eine halbe Minute vor der Pause gelang Utzensdorf – nicht unverdient – gar noch der Ausgleich zum 2:2. Manch einer fragte sich, ob das Spiel jetzt definitiv kippen würde, als die Wings im nächsten Moment noch einen Freischlag zugesprochen erhielt. Nach einer Co-Produktion der Gebrüder Horst konnte Kevä den Ball im Gewühl vor dem gegnerischen Torhüter tatsächlich noch entscheidend ablenken und die erneute Führung erzielen. Zu spielen war noch genau eine Sekunde!
Pausenstand 3:2
Nach einer abgesehen von einigen Aussetzern äusserst starken und konzentrierten ersten Halbzeit lag man also doch in Führung und diese war durchaus verdient. Man kam jedoch auch nicht umhin zu bemerken, dass das Spiel in den letzten Minuten zu kippen drohte. Es galt also, wieder so weiterzuspielen wie man begonnen hatte. Und tatsächlich, wieder erwischten die White Wings den besseren Start. Knapp drei Minuten nach dem Wiederanpfiff erzielte nämlich Stucky mit seinem zweiten persönlichen Treffer das 4:2. Doch genau als man wieder etwas deutlicher in Führung lag, kassierte man wieder den Anschlusstreffer. Zu diesem Zeitpunkt waren erst dreieinhalb Minuten gespielt. In ähnlichem Tempo ging es dann auch weiter. Nur zwei Minuten später fielen erneut zwei schön verteilte Treffer innerhalb nur gerade 20 Sekunden und so stand es jetzt 5:4 für Schüpfen-Busswil. Weitere 15 Sekunden und ein Utzenstorfer Tor später konnte das Spiel bei unentschiedenem Spielstand praktisch wieder von vorne beginnen. Wenn man den Wings einen Vorwurf machen wollte, so war es eindeutig der, dass es ihnen nie gelang, eine Führung zu konsolidieren. Kaum lag man in Front baute man auf unerklärliche Weise ab, wurde nervös und beging unnötige Fehler. Je länger das Spiel dann auf der Kippe stand, desto stärker machte sich diese Nervosität oder wie auch immer man es nennen will bemerkbar. Gegen Ende der Partie war man fast nur noch mit Abwehrarbeiten beschäftigt und musste prompt wenige Sekunden vor Ablauf der Spielzeit den erstmaligen Rückstand verkraften. Im Gegensatz zu den Wings brachte die United – wenn auch mit etwas Glück – ihre Führung über die Zeit. Der letzte Abschlussversuch kullerte zwar gefährlich nahe an die Torlinie, gerade noch rechtzeitig konnte sich aber der Utzenstorfer Torwart auf den Ball werfen.
Schlussstand 5:6
Spiel 2: UC Tramelan vs. UHC W.W. Schüpfen-Busswil
Nach dieser denkbar knappen Niederlage in den letzten Sekunden trotz einer im grossen und ganzen guten Leistung war die Enttäuschung verständlicherweise gross. Mit diversen psychologischen Tricks versuchte Trainer Ändu das Team wieder aufzumuntern und auf die Partie gegen den Heimclub Tramelan einzustellen. Das gelang gut, und nach zwei Spielen Pause und konzentrierter Vorbereitung stieg man mit grossem Siegeswillen in das zweite Spiel. Schüpfen-Busswil startete wie schon gegen Utzenstorf äusserst stark und liess gegen einen vorallem technisch sehr starken Gegner äusserst wenig zu. Meist mussten sich die Romands mit Schüssen aus der Distanz begnügen, wollte sie wenigstens einigermassen gefährlich zum Abschluss kommen. Für solche Fälle konnte man sich aber auf einen sehr starken Gmür im Tor verlassen, der solche Bälle recht mühelos aus der Luft pflückte. Die Wings im Gegensatz kamen immer wieder gefährlich vors Tor, wobei insbesondere Stucky mit seinen gefürchteten Antritten immer wieder für Panik in den gegnerischen Abwehrreihen sorgte. Stucky war es denn auch, der nach gut fünf gespielten Minuten das Score eröffnete und Schüpfen-Busswil mit 0:1 in Führung brachte. Wieder liess er einen Gegenspieler förmlich stehen und markierte dann mit einem Schuss aus der Drehung seinen bereits dritten Treffer am heutigen Tag. Nur wenig später kam es gar noch besser und Kevä erzielte nach einem schönen Zuspiel von Luki das 0:2. Spätestens jetzt stellte sich die Frage, ob es diesmal endlich gelingen würde diesen Vorsprung zu verwalten. Die Antwort darauf fiel leider erneut negativ aus. Zwar dauerte es etwas länger als im Match zuvor, aber eine ärgerliche Strafe ermöglichte den Gastgeber den 1:2 Anschlusstreffer im Powerplay. Mit einem herrlichen Direktschuss aus spitzem Winkel liess Tramelans Angreiffer sowohl den beiden Verteidigern als auch Goalie Gmür keine Chance. Kaum wurde das Match wieder angepfiffen, leistete man sich erneut einer dieser unerklärlichen Fehler und wurde dafür eiskalt mit dem Ausgleich bestraft. Ein Doppelschlag innert weniger Sekunden hatte also die ganzen Bemühungen der White Wings zunichte gemacht und man musste wieder von vorne beginnen. Nach einem gewonnen Bully von Kevä in der Spielfeldmitte, schnappte sich dann aber fünf Minuten vor der ersten Pause Horst den Ball, umspielte zwei gegnerische Verteidiger und schob schliesslich das Spielgerät auch noch gleich am Torwart vorbei zur erneuten Führung ins Tor. Wie schon in Spiel eins, ging man damit dank einer starken Mannschaftsleistung mit einer knappen 2:3 Führung in die Pause.
Pausenstand 2:3
Trotz Führung war man gewarnt. Tramelan als technisch starker und schussgewaltiger Gegner würde mit Sicherheit versuchen, die Kadenz noch einmal zu erhöhen. Im Unterschied zu Spiel eins, wollte man sich aber dadurch nicht einschüchtern lassen, sondern geduldig weiterspielen und die sich bietenden Konterchancen nutzen. Tramelan ist ja schliesslich nicht gerade für seine makellose Defensivarbeit bekannt. Nach fünf Minuten und einigen Chancen hüben wie drüben war es dann leider Tramelan, dass auf 3:3 stellte und damit die Partie wieder ausglich. Die Wings taten sich zunehmend schwer, insbesondere auch darum, weil man die durchaus vorhandenen und zum sogar Teil hochkarätigen Konterchancen eben nicht verwerten konnte. Dies war besonders fatal, weil die Romands eine sehr offene Spielweise pflegen und somit auf Dauer kaum vom Toreschiessen abgehalten werden können. Statt seinerseits wieder in Führung zu gehen mussten die Wings nach rund 30 gespielten Minuten den erstmaligen Rückstand verdauen. Wenigstens blieb aber diesmal noch genügend Zeit für eine Reaktion. Diese war zwar durchaus vorhanden, allerdings wurden die guten Torchancen jetzt seltener. Und da man diejenigen die man sich erspielen konnte auch weiterhin nicht ausnutzte, blieb es relativ lange bei diesem 5:4 Rückstand. Erst fünf Minuten vor Spielende fiel dann das nächste Tor, aus Sicht der White Wings leider auf der falschen Seite. Dieses 3:5 raubte Schüpfen-Busswil offenbar den glauben an den Sieg und in der Folge brach man regelrecht auseinander. In Sekundenabständen kassierte man weitere Tore und musste beim Abpfiff mit einer 8:3 Klatsche fertig werden.
Schlussresultat 8:3
Fazit
Was soll man dazu noch sagen? Insgesamt der wohl bitterste Spieltag der Saison. Klar spielte man gegen Spitzenteams und klar sind es andere Spiele die am Ende gewonnen werden müssen. Dennoch hatte man sich sehr viel vorgenommen, wollte unbedingt Punkte aus dem Berner Jura entführen und den Gegnern ein Bein stellen. Unglücklich daran war, dass man über weite Strecken zwar sehr starke spielte, sich aber mit unerklärlichen und ärgerlichen Fehler selbst wieder um die Früchte der Arbeit brachte. Dazu kam, dass es den White Wings einfach nicht gelang, einen Vorsprung zu kontrollieren. Sobald man jeweils in Führung lag, wurde die Mannschat unerklärlicherweise plötzlich nervös und agierte viel zu umständlich. Diese herbe Enttäuschung muss jetzt erstmals verdaut werden. Gelingt dies, kann man aber durchaus sehr interessante Lehren aus diesem Nachmittag ziehen. Gleichzeitig hat man gesehen, dass wenn man sich künftig nach vorne orientieren möchte, 30, 35 starke Minuten nicht reichen und das unnötig Fehler zumindest von den Spitzenteams der Liga eiskalt bestraft werden. Bereits in der nächsten Runde bietet sich ja aber Gelegenheit zur Besserung, stehen doch erneut Gegner aus den Top-Vier auf dem Spielplan. Nächstes Mal darf man also noch gewinnen, aber spätestens im Februar geht der Kampf um die Plätze in die entscheidende Runde. Es versteht sich von selbst, dass auch Punkte gegen die Top-Teams gerne genommen würden…
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